Eine Nachzahlung bedeutet, dass Sie nach einer Abrechnung noch Geld bezahlen müssen. Das passiert meist dann, wenn Sie vorher weniger bezahlt haben, als tatsächlich angefallen ist. Typische Beispiele sind Strom, Gas, Nebenkosten oder andere laufende Kosten.
Eine Nachzahlung ist also keine zusätzliche Gebühr. Sie gleicht normalerweise einen Betrag aus, der bisher noch nicht vollständig bezahlt wurde.
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Was bedeutet Nachzahlung genau?
Bei einer Nachzahlung werden bereits geleistete Zahlungen mit den tatsächlichen Kosten verglichen.
Ein einfaches Beispiel:
Sie zahlen jeden Monat 100 Euro für eine bestimmte Leistung. Im Laufe des Jahres haben Sie insgesamt 1.200 Euro bezahlt. Die tatsächlichen Kosten betragen aber 1.350 Euro.
Dann ergibt sich:
1.350 Euro tatsächliche Kosten − 1.200 Euro Vorauszahlungen = 150 Euro Nachzahlung
Sie müssen in diesem Fall noch 150 Euro bezahlen.
Ob eine Nachzahlung berechtigt ist, hängt aber immer davon ab, um welche Art von Rechnung oder Vertrag es geht.
Warum kann eine Nachzahlung entstehen?
Es gibt verschiedene Gründe. Häufig liegt es daran, dass die monatlichen Vorauszahlungen nur geschätzt oder auf dem bisherigen Verbrauch aufgebaut waren.
Typische Ursachen sind:
- höherer Strom- oder Gasverbrauch
- gestiegene Preise
- höhere Nebenkosten
- zu niedrige monatliche Vorauszahlungen
- Änderungen beim Verbrauch
- eine spätere Jahresabrechnung
- zusätzliche Kosten, die laut Vertrag umgelegt werden dürfen
Bei Energieverträgen sind monatliche Abschläge beispielsweise Vorauszahlungen. Erst bei der Abrechnung wird der tatsächliche Verbrauch mit den bereits bezahlten Beträgen verglichen.
Nachzahlung bei Strom und Gas
Bei Strom oder Gas wird häufig jeden Monat ein Abschlag bezahlt. Dieser basiert nicht zwingend auf dem tatsächlichen Verbrauch des laufenden Jahres.
Am Ende eines Abrechnungszeitraums wird der tatsächliche Verbrauch ermittelt. War der Verbrauch höher als erwartet, kann eine Nachzahlung entstehen.
Beispiel:
| Abrechnung | Betrag |
|---|---|
| Bereits gezahlte Abschläge | 1.000 € |
| Tatsächliche Jahreskosten | 1.180 € |
| Nachzahlung | 180 € |
Eine hohe Nachzahlung kann deshalb ein Hinweis darauf sein, dass die monatlichen Abschläge zu niedrig angesetzt waren. Nach einer Abrechnung kann es sinnvoll sein, den zukünftigen Abschlag entsprechend anzupassen.
Nachzahlung bei der Nebenkostenabrechnung
Auch bei einer Mietwohnung kann eine Nachzahlung entstehen. Das ist vor allem dann möglich, wenn im Mietvertrag Betriebskostenvorauszahlungen vereinbart wurden.
Der Vermieter rechnet die geleisteten Vorauszahlungen mit den tatsächlich angefallenen umlagefähigen Betriebskosten ab. Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht grundsätzlich eine jährliche Abrechnung der Vorauszahlungen vor.
Zu den Betriebskosten können je nach Vertrag und gesetzlichen Voraussetzungen beispielsweise Kosten für Wasser, Entwässerung oder Heizung gehören. Die Betriebskostenverordnung legt fest, welche laufenden Kosten grundsätzlich als Betriebskosten gelten können.
Beispiel für eine Nebenkosten-Nachzahlung
Sie haben monatlich 150 Euro als Vorauszahlung geleistet.
Das sind:
150 € × 12 Monate = 1.800 €
Die tatsächlich umlagefähigen Betriebskosten betragen laut Abrechnung 2.050 Euro.
Damit ergibt sich:
2.050 € − 1.800 € = 250 € Nachzahlung
Die Abrechnung sollte trotzdem geprüft werden. Eine rechnerisch richtige Differenz bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne angesetzte Kostenposition berechtigt ist.
Welche Frist gilt bei einer Nebenkosten-Nachzahlung?
Bei Betriebskosten gibt es eine wichtige gesetzliche Frist. Nach § 556 BGB muss der Vermieter die Abrechnung grundsätzlich spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach dem Ende des Abrechnungszeitraums mitteilen. Nach Ablauf dieser Frist ist eine Nachforderung grundsätzlich ausgeschlossen, sofern der Vermieter die verspätete Geltendmachung zu vertreten hat. Gesetze im Internet
Deshalb sollte bei einer Nebenkostenabrechnung immer geprüft werden:
- Für welchen Zeitraum wurde abgerechnet?
- Wann wurde die Abrechnung erhalten?
- Welche Vorauszahlungen wurden berücksichtigt?
- Welche Kosten wurden angesetzt?
- Wie wurde der eigene Anteil berechnet?
Bei Zweifeln kann eine Beratung durch einen Mieterverein oder eine andere geeignete Beratungsstelle sinnvoll sein.
Was sollte man bei einer Nachzahlung prüfen?
Eine Zahlungsaufforderung sollte nicht einfach ignoriert werden. Gleichzeitig sollte man eine ungewöhnliche Nachzahlung nicht ungeprüft akzeptieren.
Prüfen Sie zunächst:
1. Zeitraum
Für welchen Zeitraum gilt die Rechnung?
2. Bereits bezahlte Beträge
Wurden alle Abschläge oder Vorauszahlungen berücksichtigt?
3. Verbrauch
Passt der angegebene Verbrauch zu den tatsächlichen Daten?
4. Preise
Wurden die vereinbarten Preise oder Gebühren verwendet?
5. Berechnung
Ist die Differenz zwischen den bereits gezahlten und den tatsächlichen Kosten richtig?
6. Zahlungsfrist
Bis wann soll der offene Betrag bezahlt werden?
Bei einer Mietnebenkostenabrechnung können Mieter außerdem grundsätzlich Einsicht in die der Abrechnung zugrunde liegenden Belege verlangen. Dies ist in § 556 BGB geregelt.
Was tun, wenn die Nachzahlung sehr hoch ist?
Eine ungewöhnlich hohe Nachzahlung sollte zuerst sachlich geprüft werden.
Bei einer Strom- oder Gasrechnung können Sie den angegebenen Zählerstand, den Abrechnungszeitraum und die verwendeten Preise kontrollieren.
Bei einer Nebenkostenabrechnung sollten Sie insbesondere die einzelnen Kostenpositionen, den Verteilerschlüssel und die berücksichtigten Vorauszahlungen prüfen.
Wenn Sie einen Fehler vermuten, sollten Sie den jeweiligen Anbieter oder Vermieter möglichst schnell kontaktieren und konkret erklären, welche Position Sie für falsch halten.
Eine hohe Nachzahlung kann aber auch tatsächlich entstehen, wenn beispielsweise der Verbrauch deutlich gestiegen ist oder die bisherigen Vorauszahlungen zu niedrig waren.
Nachzahlung oder Rückzahlung: Was ist der Unterschied?
Die beiden Begriffe beschreiben entgegengesetzte Ergebnisse einer Abrechnung.
Bei einer Nachzahlung haben Sie weniger bezahlt als die tatsächlichen Kosten betragen.
Bei einer Rückzahlung haben Sie mehr bezahlt als tatsächlich angefallen ist.
Beispiel:
- Tatsächliche Kosten: 900 €
- Bereits bezahlt: 1.000 €
- Ergebnis: 100 € Rückzahlung
Umgekehrt:
- Tatsächliche Kosten: 1.000 €
- Bereits bezahlt: 900 €
- Ergebnis: 100 € Nachzahlung
Kann eine Nachzahlung verhindert werden?
Nicht jede Nachzahlung lässt sich verhindern. Sie können das Risiko einer hohen Nachforderung aber oft reduzieren.
Bei Energie kann ein realistischer monatlicher Abschlag helfen. Auch ein bewusster Umgang mit Strom und Gas kann den tatsächlichen Verbrauch beeinflussen.
Bei Mietnebenkosten kann es sinnvoll sein, die Höhe der Vorauszahlungen nach einer Abrechnung zu überprüfen. Bei vereinbarten Vorauszahlungen kann eine Anpassung auf eine angemessene Höhe nach einer Abrechnung möglich sein.
Wichtig ist: Eine höhere Vorauszahlung bedeutet nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten. Sie verteilt die erwarteten Kosten lediglich anders über das Jahr.
Was ist eine Nachzahlung einfach erklärt?
Eine Nachzahlung ist ein Betrag, den Sie nach einer Abrechnung zusätzlich bezahlen müssen, weil Ihre bisherigen Zahlungen niedriger waren als die tatsächlichen Kosten.
Warum muss ich eine Nachzahlung bezahlen?
Das kann zum Beispiel an einem höheren Verbrauch, gestiegenen Preisen oder zu niedrigen Vorauszahlungen liegen. Entscheidend ist die jeweilige Abrechnung und der zugrunde liegende Vertrag.
Was ist der Unterschied zwischen Nachzahlung und Rückzahlung?
Bei einer Nachzahlung fehlt nach der Abrechnung noch Geld. Bei einer Rückzahlung haben Sie dagegen mehr bezahlt, als tatsächlich angefallen ist.
Kann ich eine hohe Nachzahlung prüfen lassen?
Ja. Sie können die Rechnung oder Abrechnung auf Zeitraum, Verbrauch, Preise, Vorauszahlungen und Rechenfehler prüfen. Bei einer Nebenkostenabrechnung können auch die zugrunde liegenden Belege wichtig sein.
Gibt es bei einer Nebenkosten-Nachzahlung eine Frist?
Ja. Für die Betriebskostenabrechnung gilt grundsätzlich eine Frist von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine verspätete Nachforderung ausgeschlossen sein.
Kann eine Nachzahlung in Raten bezahlt werden?
Das hängt vom jeweiligen Vertrag und vom Zahlungsempfänger ab. Eine Ratenzahlung sollte nicht einfach vorausgesetzt, sondern vorher mit dem Anbieter oder Vermieter vereinbart werden.
Fazit
Eine Nachzahlung entsteht normalerweise dann, wenn die bereits bezahlten Beträge niedriger sind als die tatsächlichen Kosten. Sie kann bei Strom, Gas, Miete und anderen Abrechnungen vorkommen.
Wichtig ist, die Abrechnung genau zu prüfen. Besonders bei einer hohen Nachzahlung sollten Zeitraum, Verbrauch, Preise, Vorauszahlungen und die Berechnung kontrolliert werden. Bei Nebenkosten gelten zusätzlich besondere gesetzliche Regeln und Fristen.

